Das Cinema Troisi in Trastevere – ein Ort zum Verweilen und ein wahres Wunder
- berlinagnieszka
- 13. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Trastevere. Einst das Viertel der kleinen Leute, der Wäscheleinen über den Gassen, der Sommerabende vor den Haustüren. Heute ein Magnet für Touristen aus aller Welt – und ein Beispiel dafür, wie der Massentourismus ein Stadtviertel verändert.
Drei Viertel des Wohnraums sind in Ferienwohnungen umgewandelt. Für die Römerinnen und Römer, die hier noch leben, gibt es kaum noch Orte, an denen man einfach sitzen, lesen oder lernen kann – ohne dafür bezahlen zu müssen.
Genau nach so einem Ort suchte 2012 eine Gruppe Jugendlicher.
Sie fanden ihn – in einem verlassenen Kino.
Das Kino der Kindheit
Das Cinema America war einmal ein Stolz des Viertels. Gebaut in den 1950er Jahren – mit einer beeindruckenden Architektur, einer Kuppel, die sich öffnen ließ, Mosaiken von Anna Maria Sforza Cesarini und Pietro Cascella, Keramiken von Leoncillo Leonardi. Hier verbrachten künftige Stars wie Ennio Morricone, Alberto Sordi oder Sergio Leone als Kinder ihre Nachmittage.
Doch wie so viele Kinos in Rom fiel es den sinkenden Besucherzahlen und finanziellen Krisen zum Opfer. Im Jahr 2000 schloss es. Erst sollte es eine Bingohalle werden, dann einem Apartmenthaus mit Tiefgarage weichen. Die Bewohner von Trastevere wehrten sich – erfolgreich gegen den Abriss, aber nicht gegen die Schließung.
Besetzt – und mit Leben gefüllt
Die Jugendlichen besetzten das Gebäude. Sie nannten sich „Assemblea Giovani al Centro“ und wollten zunächst vor allem auf die Gentrifizierung und Kommerzialisierung des Viertels aufmerksam machen. Doch bald entdeckten sie die Leinwand.

Sie luden Regisseure, Schauspieler, Drehbuchautoren und Musiker ein. Zeigten Filme, organisierten Debatten, richteten einen Lesesaal ein, öffneten rund um die Uhr. Sie übertrugen Fußballspiele von AS Roma und feierten Partys. Regisseure wie Nanni Moretti, Carlo Verdone und Paolo Sorrentino unterstützten sie. Das Kino wurde wieder zu einem Treffpunkt.
Von der Straße ins eigene Kino

2014 kam die Räumung. Aber die Jugendlichen gaben nicht auf. In bordeauxfarbenen T-Shirts brachten sie das Kino dorthin, wo die Menschen waren – auf Mauern entlang des Tibers, vor die Engelsburg, in verlassene Parkanlagen, auf die Piazza San Cosimato.
Tausende kamen. Das leerstehende Cinema America blieb zwar ungenutzt, doch das Projekt der „Piccolo Cinema America“ wuchs.
2021 dann das kleine Wunder: Die Stadt Rom übergab ihnen das ebenfalls leerstehende Cinema Troisi, nur wenige Minuten vom Cinema America entfernt.
Ein Kino – und mehr als das
Heute arbeiten dort zwölf junge Menschen mit unbefristetem Vertrag. Das Cinema Troisi ist eines der meistbesuchten Kinos Italiens. Es gibt einen Saal mit 700 Plätzen, einen Lesesaal, eine Dachterrasse zum Ausruhen, ein Café im Erdgeschoss.
Es ist ein Ort zum Verweilen, zum Lernen, zum Träumen – mitten im touristischen Herzen von Trastevere.

Und es ist ein Beweis, dass selbst in einer Stadt, die oft von Kommerz und Tourismus dominiert wird, noch Raum für Wunder ist.
Dank einer Handvoll Jugendlicher, die sich nicht damit abfinden wollten, dass Rom nur noch Kulisse ist.







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